Computereinsatz in der Schule - Deutschland ist Schlusslicht!

Laut dem von der OECD 2006 vorgestellten Bericht 'Are Students ready for a technology-rich world?' weist Deutschland unter allen 32 bei der Untersuchung berücksichtigten Ländern mit 23 Prozent den geringsten (!!) Prozentsatz von 15-Jährigen auf, die den Computer mehrmals in der Woche in der Schule benutzen. Der OECD-Durchschnitt beträgt 44%. Die befragten Schulleiter in Deutschland beklagen weniger eine unzureichende Ausstattung mit Computern als vielmehr einen Mangel an Software (43%).

Es gibt kaum einen Markt für Lernsoftware!

Nur woher soll die Software kommen? Die öffentliche Hand zieht sich zunehmend aus der Lernmittelfinanzierung zurück - noch nie wurden seit der Wiedervereinigung so wenig Finanzmittel für den Ankauf neuer Schulbücher und Lernsoftware aufgewendet (minus 40% gegenüber 1991). Der Umsatz mit Lernsoftware stagniert so auf einem im europäischen Vergleich extrem niedrigen Niveau. Die Folge: Wenn kein lukrativer Markt entsteht, dann wird die kommerzielle Entwicklung von Lernsoftware behindert. Viele groß angelegte Projekte sind mittlerweile eingestellt.

Die Lage ist nicht hoffnungslos.

Was wirklich Bestand hat, das sind Initiativen, die vom Idealismus und auch vom Durchhaltevermögen engagierter Personen und Gruppen getragen werden. Nehmen Sie nur die ZUM: In über zehn Jahren ohne staatliche Unterstützung ist sie zum mit Abstand populärsten Bildungsserver in Deutschland geworden. Oder denken Sie an Wikipedia oder an den beliebten und kostenlosen Browser Firefox - die Entwicklung wird von Spenden getragen. Auch ich selbst habe sehr, sehr viel Zeit, Geld und Energie eingebracht, um eine gute Sache voran zu bringen. Doch ich brauche Mitarbeiter und meine auch, dass die Autoren, die uns Lernmodule zur Verfügung gestellt haben, eine kleine - auch finanzielle - Anerkennung für ihr Engagement verdienen. Denn ohne die Sicherstellung der Pflege werden die Module vielleicht mit den nächsten technologischen Entwicklungen nicht mehr weiter bestehen können. Deswegen bitten wir um Spenden.

Oft werden wir gefragt, warum wir denn von den Nutzern kein Geld verlangen.

Hierfür git es eine Reihe von Gründen. Die drei wichtigsten seien genannt.

Der bürokratische Aufwand für Lehrerinnen und Lehrer ist zu hoch!

Computergestützte Lernmedien haben ein großes Potenzial. Das ist bekannt. Nur was nützt dieses Potenzial, wenn der Einsatz von Computern für Lehrer mit einem hohen Aufwand verbunden ist und der Nutzen nicht immer erkennbar ist. Angesichts der Arbeitszeiterhöhungen der letzten Jahre und der steigenden Klassengrößen brauchen Lehrerinnen und Lehrer eine Arbeitsentlastung - ohne die guter Unterricht und eine individuelle Schülerbetreuung nicht machbar ist. Interaktive Lernmodule, eingebunden in eine Lernplattform mit einfacher Lernerfolgsüberprüfung, bieten eine Chance. Doch würden Sie nicht auch auf vorhandene Kopien zurückgreifen, wenn Sie schon für - sagen wir mal - 10€ einen Antrag stellen müssten und die Aussicht auf Genehmigung bei den geringen Budgets für Lernmittel ohnehin begrenzt ist? Selbst bei einem optimalem Angebot vereitelt der Verwaltungsaufwand das verbesserte Aufwand-/Nutzenverhältnis.

Autoren wollen oder müssen kostenfrei anbieten!

Viele unserer Autoren legen großen Wert darauf, dass ihr Angebot kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Zahlreiche müssen dies auch - in der Regel deshalb, weil die Lernmodule zumindest in ihrer Grundform aus öffentlichen Mitteln finanziert wurden und eine kommerzielle Verwertung untersagt ist. Die Folge: Viele Ergebnisse verschwanden in der Schublade, weil sie nicht gepflegt werden konnten. Wir kennen Autoren, die geförderte Inhalte auf CD zum Selbstkostenpreis verteilen wollen und die Genehmigung hierfür nur mit größter Mühe erhalten haben. Wir fördern Nachhaltigkeit.

Wir dürfen kein Geld verlangen - selbst wenn wir wollten!

Wir sind als gemeinnützig anerkannt und das trifft auch voll unser Selbstverständnis. Wir müssen das Angebot zudem völlig kostenfrei halten, da die Finanzbehörden der Ansicht sind, dass ansonsten ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb vorliegt, dem die Gemeinnützigkeit zu versagen wäre. Nun nimmt beispielsweise auch eine Suppenküche oder eine Volkshochschule Geld, doch hier greifen gesetzlich vorgesehene Sonderregelungen. So etwas wie lernmodule.net ist nicht vorgesehen.

Was tun?

Wir bemühen uns zur Zeit sehr um die Gewinnung von Stiftungen oder Unternehmen als Bildungspartner - nur ob es reicht, das wissen wir aktuell nicht. Was wir bislang tun konnten, haben wir getan. Das Angebot läuft stabil, erfreut sich mit über 170000 angemeldeten Nutzern seit dem 1. Dezember 2005 wachsender Beliebtheit und ist auch im Google-Ranking ganz weit vorne: Bei der Suche nach dem gar nicht ungewöhnlichen Begriff 'lernmodule' belegen wir aktuell bei ungefähr 278000 Ergebnissen die Plätze 1 und 2. Das ist auch Verdienst der Autoren, die uns einen Vertrauensvorschuss gewährt und ihre Materialien zur Verfügung gestellt haben. Unterstützen auch Sie uns!

Was wir für Sie tun können?

Unsere Arbeit fortsetzen. Ohne Geld und Mitarbeiter kann ich nur das aktuelle Angebot am Laufen halten - und dafür stehe ich mit meinem Wort. Aber ich denke, auch Sie möchten, dass unsere gute Sache fortgesetzt wird.
Sie erhalten selbstverständlich für Ihre Unterstützung eine steuerlich absetzbare Zuwendungsbestätigung.
Geben Sie sich den fast sprichwörtlichen Ruck! Auch schon wenig hilft! Ganz nach dem Motto: Bildung zusammen bringen.

Mit besten Grüßen
Uwe Kohnle, Gründer von lernmodule.net